Recycling - Ein lohnendes Geschäft mit Perspektive
Die zunehmende Komplexität vieler Güter sowohl des täglichen Bedarfs als auch im Bereich der Elektronik, stellt immer höhere Anforderungen an eine gut funktionierende Wertstofftrennung. Waren es vor einigen Jahren noch relativ überschaubare Mengen von anfallendem Wertstoffmüll, so hat sich dies in letzter Zeit stark verändert. Aufgrund dieser Tatsache hat sich eine Vielzahl neuer Entsorgungsfachbetriebe etabliert, welche sich auf jeweils ganz spezielle Recyclingwertstoffe ausgerichtet haben.
Es können mit heutigen Mitteln der Wiederaufbereitung nahezu alle in einem Produkt enthaltenen Wertstoffe recycelt werden. Am rentabelsten zeigt sich dabei das Recycling von Altmetallen, welches aufgrund der weiter ansteigenden Preise auf dem Weltmarkt auch in Zukunft sehr profitabel sein wird. Den größen Anteil an Recyclingmetallen bildet Eisen- und Stahlschrott, aber auch verschiedene Buntmetalle zählen in nicht unwesentlichem Umfang dazu. Edelmetalle fallen im regulären Großrecycling über Schrottplätze nicht oder kaum an. Lediglich Katalysatoren von PKW enthalten geringe Mengen an Edelmetallverbundstoffen. Deren Rückgewinnung ist jedoch äußerst aufwendig und verbleibt im Tätigkeitsbereich von Scheideanstalten, an welche dieser Sonderschrott verkauft wird.
Ähnlich verhält es sich bei der großen Menge anfallenden Elektronikschrottes. Da in Halbleiterbauelementen sehr viele unterschiedliche Edelmetalle enthalten sind, haben sich auch hier Scheideanstalten auf das Trennen der einzelnen Komponenten spezialisiert. Es sind dies neben Gold und Silber auch seltene Metalle wie Tantal oder Gallium, welchen das Interesse der Wiederverwertung gilt.
Recyclingunternehmen trennen bereits vor Ort die verschiedenen Wertstoffklassen in separaten Containern. Natürlich gibt es auch Müll, welcher nicht weiter verwertet werden kann. Zu diesem Sondermüll zählt unter anderem Bauholz, da diese Hölzer oftmals mit Schutzanstrichen versehen sind. Hier verbleibt nur der Weg der Beseitigung durch eine Müllverbrennungsanlage oder aber eine Endlagerung auf speziellen Deponien. Auch Chemikalien jedweder Art sind entsorgungsaufwendig und daher teuer in ihrer Beseitigung.
Oftmals werden Recyclinggüter kostenlos von Recyclingbetrieben angenommen; lediglich bei entsorgungspflichtigen Dingen erfolgt die Zahlung einer geringen Gebühr, solange diese in kleinen Mengen im privaten Rahmen abgegebenen werden.
Anfallender Bauschutt wird in sog. Bauschuttsortieranlagen aufbereitet und kommt dann als Zuschlagstoff im Baugewerbe zur Verwendung. Meist als Beimischung für den Straßenbau oder als Gleisschotter.
Autoreifen, welche in ebenfalls riesiger Anzahl anfallen, werden an Zementfabriken verkauft, welche den Gummi als Zuschlagstoff bei der Herstellung von Zement benötigen. Sie werden im Produktionsprozess in einem speziellen Ofen verbrannt und der enthaltene Kohlenstoff chemisch eingebunden.
Altpapier und Alttextilien nehmen einen lediglich geringen Stellenwert bei der Wiederverwertung ein, da aufgrund von teils bedenklichen Druck- oder Textilfarben der Aufwand sehr hoch und daher weniger rentabel ist. Altglasrecycling wiederum nimmt einen hohen Stellenwert ein, da der Bedarf seitens der Glasindustrie sehr groß ist. Allerdings kann nur ein Teil des Altglases direkt wieder verwendet werden; dies hat produktionstechnische Gründe.
siehe auch:
Entwicklung des Recyclingsystems in Deutschland